Knapp 1000:1 für Ehepaare
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Lassen Sie das Verhältnis von Ehepaaren zu eingetragenen Lebensgemeinschaften in Deutschland schätzen. Kaum jemand wird das Verhältnis 1 : 963,15 nennen. Aber wenn man die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes Wiesbaden in Beziehung setzt, kommt genau dieses Verhältnis zugunsten der Ehepaare heraus.
Es gibt in Deutschland ca. 18,3 Millionen Ehepaare und
ca. 19 000 eingetragene Lebensgemeinschaften.
Weil die Ehe weiterhin "bleibende Bedeutung als typische Grundlage der Familie mit Kindern" hat, sieht die Bundesregierung eine unterschiedliche Behandlung im Steuerrecht gegenüber eingetragenen Lebensgemeinschaften weiterhin als verfassungsgemäß und sinnvoll an. Dies gilt auch nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, das eine Gleichbehandlung lediglich im Erbrecht gefordert hatte.
Auch wenn andere Lebensformen zunehmen, auch wenn jede Scheidung eine zuviel ist, weil ein leidvolles Scheitern von Träumen voraus geht und dazu oft Kinder betroffen sind: Ein auslaufendes Modell scheint die auf einer Ehe gestützte Familie nicht zu sein.
Es ist eine sehr viel bessere Lobby für andere Lebensformen, die den Eindruck erweckt, diese würden demnächst die Ehe zahlenmäßig überflügeln. Die Rechtsprechung scheint sich ebenfalls, so wirkt es in der Medienlandschaft, nur um die "anderen" Lebensformen zu kümmern. So liest man solche Zahlen wie die oben genannten selten – oder vielmehr selten in dieser Relation zueinander.
Ähnliches gilt für die Meinungsmache gegen Vorteile für Ehepaare wie das Ehegatten-Splitting. Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftforschung entfallen 90 % der Gelder, die für das Ehegattensplitting gebraucht werden, für Familien mit Kindern an. Damit bietet diese Regelung im Steuerrecht weiterhin einen Teilausgleich für die von Familien zuviel gezahlten Steuern, wenn auch nicht im Sinne einer grundsätzlichen Steuergerechtigkeit.
Aber es kann nicht verschwiegen werden: Der Anlass für die Veröffentlichung der oben genannten Zahlen und Zitate in der "Tagespost" vom 2. Oktober ist die Sorge um die demografische Entwicklung allgemein und der Ehe im besonderen in Europa. Sie war Thema der Plenarversammlung der Vorsitzenden der Bischofskonferenzen in Europa von 30.09. bis 03.10.2010 in Zagreb. In Europa steigt die Zahl der Scheidungen, und die Förderung der Ehe sinkt aus vermeintlicher Notwendigkeit der Gleichbehandlung. Aber der gesellschaftliche Nutzen und die demographische Relevanz der Lebensformen sind eben nicht gleich.